Trailwochenende in Kulmbach und Neideck

Noch zwei Wochen bis Frankfurt und eigentlich sollte der Marathon dort, nach meinem versemmelten Triathlon in Prag, nochmal ein positives Zeichen setzen. Doch nach Schweden ging es für mich gesundheitlich bergab und drei Wochen kam ich erkältungstechnisch nicht richtig auf die Beine. Von meinem Ziel, nahe an die drei Stunden zu laufen verabschiedete ich mich daher frühzeitig und versuchte nun noch ein wenig Schadensminimierung. Der eine oder andere lange Lauf sollte es schon noch sein, der Trail in Neideck aber seit langem gesetzt. Dass ich dort nach dem Zieleinlauf nicht noch nen 10er auslaufen würde, war aber auch klar und so kam der Trails4Germany am Samstag noch genau richtig. Zwar auch kein wirklich langer Lauf, aber in Kombination sollte das mal genügen.

Samstag: Trails4Germany Kulmbach
So ging es bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen nach Kulmbach. Andreas bot mir eine Mitfahrgelegenheit, die ich gerne annahm. Vor Ort kam noch Markus dazu, der sich für heute viel vorgenommen hatte.

Recht früh und entsprechend entspannt waren wir an der Startnummernausgabe, die 30 Euro für ein Event von Plan B ungewöhnlich günstig. An der Startlinie bekamen wir dann noch wichtige Informationen zur überwundenen Krankheit des Kulmbacher Bürgermeisters, durften dann aber trotzdem pünktlich um 14:30 Uhr starten. Bereits nach ein paar Metern wartete die Auffahrt zur Burg mit einer gewaltigen Rampe. 22 Prozent zeigte ein Verkehrsschild an. Oben endete dann der Asphalt und auf angenehm zu laufenden Wegen ging es alle Höhenmeter wieder nach unten. Entlang des Weißen Mains wurde es recht nass und schlammig und es wurde Erinnerungen wach.

Vor 20 Jahren lief ich auf der anderen Flußseite um die Langdistanz vom legendären IronMönch ins Ziel zu bringen. Ab Kilometer 7 hieß es wieder Höhenmeter machen. Um mich für Neideck zu schonen, entschied ich mich für kurze Walkingeinlagen an den steileren Stücken. Durch traumhaften Laub- und Mischwald in bunten Farben folgten nun wellige Trails und Waldwege bis Kilometer 17. Unterwegs dann eine etwas sonderbare Begegnung 😉

Trails4Germany - Kulmbach Trails4Germany - Kulmbach

Vom Reitberg ganz nach unten und auf der anderen Seite gleich wieder nach oben zur Burg. Das Treppenstück zog so manchem den Zahn. Wie alle Bergabstücke lief ich auch den letzten Downhill ins Ziel nur locker, um ja einen Muskelkater zu vermeiden. Für die gut 20 km mit 550 Hm brauchte ich dann genau 1:45 und landete damit im hinteren Vorderfeld. Andreas war leider recht früh umgeknickt und musste das Rennen beenden, dafür holte sich aber Markus den zweiten Gesamtplatz.

Definitiv landet der Lauf auf meiner Empfehlungsliste. Top organisiert, super Stimmung, die Strecke angenehm zu laufen und dadurch auch für Einsteiger zu empfehlen. Überhaupt sah man viele Teilnehmer am Start, die wohl ihren ersten Lauf in der Art absolvierten.

Sonntag: Neideck 1000
Bereits im letzten Jahr stand fest, dass wir hier auch 2018 wieder an den Start gehen würden. Der hohe Trailanteil, die vielen technischen Passagen und die tolle Landschaft hatten uns nachhaltig beeindruckt. Und wie im lezten Jahr hatten wir auch heuer wieder Kaiserwetter. Mit acht Mann/Frau waren wir angereist und stellten so das größte Team im Feld der 150 gemeldeten Starter.

Mit dicken Beinen ging es los und entsprechend langsam ließ es ich angehen. Vom Start an 3 Kilometer nur bergauf, meine Musekeln rebellierten. Locker wurde ich dann langsam auf der langen Treppe hinunter zur ersten Verpflegungsstelle. 100 Meter eben und dann sofort wieder alles nach oben. Ich fühlte mich nun auch im Lauf angekommen und zog langsam das Tempo ein wenig an. Bis bei Kilometer 13 der härteste Berg folgte, machte ich auf dem ständigen Auf und Ab einige Plätze gut, die ich am Anfang vertrödelt hatte. Hinunter nach Streitberg folgte das einzige Teerstück und ich ließ es rollen. Den letzten langen Anstieg hinauf zur Burg Neideck mochte ich im letzten Jahr schon und auch heuer sammelte ich noch ein paar Läufer ein.

Vor dem finalen Downhill nahm ich dann das Tempo raus, um mich auf dem letzten Kilometer auslaufen. Schließlich schauten die zuvor Überholten alle nicht mehr so fit aus und vorne war niemand mehr auszumachen. Dieser Plan wurde mir dann recht schnell zunichte gemacht, als ich auf der Treppe Schritte hörte, die sich näherten. Also dann doch Endspurt. Unten nahm ich die Beine in die Hand und mit einem Tempo unter 4 min/km sicherte ich auf den letzten 500 Metern meine Platzierung. Mit Platz 27 Gesamt von 124 im Ziel war ich dann doch zufrieden und auch die Zeit war nur 2 min langsamer als im Vorjahr.

Ein wenig verwirrend war dann die Siegerehrung, schlußendlich heimsten wir aber ordentlich Naturalien für einen zünftigen Brotzeitabend ein. Der Lauf als solches muss man unbedingt mal gemacht haben. Auf dem Papier hört sich die Höhe der Berge vielleicht niedlich an, aber das technische Niveau und die Schwierigkeit der Anstiege kann mit Läufen in den Alpen auf jeden Fall mithalten.

Fotos Trails4Germany teilweise andifrank.com

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