Test: B+M Ixon Space Akku-Scheinwerfer

Möchte man richtig helles Licht auf dem Rad haben, dann landet man meist bei Herstellern, die auf eine StVZO-Zulassung verzichten, sprich auf der Straße eigentlich nicht benutzt werden dürfen. Busch + Müller hat mit der Ixon Space den derzeit wohl hellsten Akku-Scheinwerfer mit Straßen-Zulassung auf den Markt gebracht. Zum hellen Licht gibt es noch allerhand gut durchdachte Details und eine erstklassige Verarbeitung. Der Preis liegt bei 199,- Euro UVP, der Straßenpreis derzeit bei ca. 150,- Euro.

Anmerkung: Für den Test wurde mir die Lampe von Busch + Müller kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich erhalte keine Bezahlung.

Während ich mit Renn- und Triathlonrad ausschließlich fahre, wenn es hell ist, verlege ich bei Dunkelheit mein Training auf den Crosser und vermeide Straßen, wo es nur geht. Gutes Licht ist da Pflicht und bisher nutzte ich eine Kombination aus B+M Ixon IQ Premium, sowie einer Led Lenser H14, die ich auf dem Helm montiert habe und auf Singletrails bei Bedarf zuschalte. Das Ganze habe ich schon mal beschrieben.

Zuerst fällt einem bei der Ixon Space die hochwertige Verarbeitung und das schlichte Design auf. Der schlanke Alukörper geht in einem relativ schmalen Lichtkörper auf. Das Ganze wird an den Kanten vom gleichen Gummi geschützt, der auch den USB-Anschluss an der Rückseite abdeckt. Die Verbindung zum Lenker wird mittels einer zweiteiligen Schelle hergestellt, die mit einer langen Schraube angezogen wird. Die beiden Schellenteile sind fest angebracht und die Konstruktion fällt in Entspannung nicht auseinander, wie es bei der Ixon IQ Premium ständig passiert. Trotzdem ist bei der Montage eine gewisse Sorfalt zu beachten, die Rändelschraube springt sonst gern mal aus der Aufnahme. Das ist aber das einzige Manko, dass ich an der Lampe feststellen konnte. Ist die Halterung mal sauber montiert, hält sie auch zuverlässig und die Lampe selbst kann mit einer kleinen Umdrehung sicher arretiert werden. Lampe und Halterung wiegen zusammen 253 Gramm.

Busch + Müller Ixon Space Busch + Müller Ixon Space Busch + Müller Ixon Space

Zur Ein-/ Auschalten der Lampe bleibt man etwas länger auf dem Druckknopf. Anschließend kann man durch einen kurzen Druck das Display umschalten. Zur Wahl stehen drei Anzeigen: Restlaufzeit, Uhrzeit und Ladezustand in Prozent. Direkt dahinter befindet sich eine Reihe blauer LEDs und direkt daneben die Schaltgruppe zur Dimmung der Lampe. “Touch-Slider” nennt B+M das Ganze, was der Funktion aber nicht ganz gerecht wird. Bei der Bezeichnung denkt man eher an etwas, das man (wie beim Smartphone) per Wischgesete einstellt. In Wirklichkeit befinden sich unter einem stabilen Gummi aber eine Reihe von Kontakten, die man eher wie einen Taster drücken muss. Das hat den Vorteil, dass man alles auch mit dicken Handschuhen problemlos bedienen kann. Die gesamte Schalteinheit ist relativ filigran und möchte man eine genaue Einstellung, dann muss man gut zielen. Während der Fahrt auf Feldwegen (und mit Handschuhen sowieso) wird man daher auch eher nur drei Lichtstärken nutzen. Minimale Leistung, maximale Leistung und irdendwas dazwischen.
Busch + Müller Ixon Space

Der Leuchtbereich ist sehr groß und nach aussen klar abgegrenzt. An einer deutlichen “Kante” kann man die Höhe gut einstellen um den Gegenverkehr nicht zu blenden. Der Glaskörper ist zur Seite hin offen und das hier ausfallende Licht erhöht die Sicherheit von der Seite. Der Blendschutz nach oben hätte etwas länger ausfallen können. Im Wiegetritt am Berg kam ich mit dem Kopf regelmäßig so weit nach vorne, dass mich die Lampe etwas blendete, zumal auch ein relativ großer Lichtanteil nahezu senkrecht nach oben strahlt.

Busch + Müller Ixon Space Busch + Müller Ixon Space Busch + Müller Ixon Space

Die Lichtausbeute selbst ist gigantisch. Zu Veranschaulichung habe ich drei Aufnahmen gemacht. Für alle drei Fotos gilt das gleiche Setup: Belichtungszeit 1,0 sek bei Blende 5,6 und ISO 1600. Bild 1 zeigt die Ausleuchtung bei niedrigster Stufe, was laut Datenblatt 10 Lux sind. Diese Einstellung hat mir gereicht, um mich auf Straßen und befestigten Forstwegen im Grundlagenbereich fortzubewegen. Bild 2 zeigt die mittlere Stufe (ca. 75 Lux), die in 90 Prozent der Fälle reicht und gefühlt dem gleich kommt, was meine alte Lampe hergab. Der Unterschied zur niedrigen Stufe ist deutlich zu erkennen. Vor allem am Rand wird die Sicht deutlich besser. Bild 3 zeigt die volle Leistung von 150 Lux. Die entfernten Bereiche sind noch einen Tick heller, Details zeichnen sich besser ab, das Auge tut sich bei höhrem Tempo leichter.

Ixon Space bei 10 Lux Leistung Ixon Space bei 70 Lux Leistung Ixon Space bei 150 Lux Leistung

Hier noch kein kleines Video. Anfangs läuft die Lampe auf mittlerer Stufe und dann Vollgas:

 

Auf höchster Stufe reicht die Akkuleistung gut zwei Stunden, weshalb ich sie wirklich nur bei wurzeligen Singletrails verwendet habe. Bei den mittleren Einstellungen reicht die Kapazität laut Anzeige zwischen 6 und 10 Stunden, was für Nachtfahrten bei Brevets normalerweise reichen sollte. Geht die verbleibende Akkuleistung unter 10 Prozent, schaltet die Lampe automatisch in die niedrigste Stufe. So schafft man dann auf jeden Fall noch den Rest der Nacht. Bei voller Ladung hat man auf der niedrigsten Stufe rund 30 Stunden Licht.

Die Lampe kann auch als Powerbank verwendet werden um beispielsweise das Smartphone zu laden. Dazu muss aber der mitgelieferte Adapter verwendet werden, der verhindert, dass der Stromfluss in die falsche Richtung geht und das Smartphone die Lampe auflädt.

Fazit: Eine tolle Lampe mit viel Licht und super Leuchtbereich für jede Situation. Der Preis ist natürlich stolz, aber die gute Verarbeitung verspricht eine lange Lebensdauer. Von mir eindeutig eine Empfehlung. Einzig die Grundmontage der Halterung hat mir nicht ganz so gut gefallen. Wer die Lampe an mehreren Rädern nutzen möchte, sollte sich daher lieber für 10 Euro eine zusätzliche Aufnahme zulegen.

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