Bericht: ThorXtri 2018

Was bei den “normalen” Langstreckentriathlons Kona oder Roth ist, das ist bei den Extremtriathlons wohl der Norseman in Norwegen. Startplätze sind ähnlich schwer zu ergattern und nur im Losverfahren erhältlich. Auf 250 Startplätze kommt die zehnfache Zahl an Bewerbern. Die Chance auf einen Startplatz also relativ niedrig. Auch der ThorXtri findet in Norwegen statt und Luftlinie sind die Zielorte nicht mal 200 km voneinander entfernt. Zudem erschien mir die Radstrecke ideal für den ersten Extrem-Triathlon, sah sie doch auf dem Papier nicht gar so extrem anstrengend aus. Eine grobe Fehleinschätzung, wie sich herausstellte. Warum ich mich aber letztendlich für den ThorXtri angemeldet habe, war die Tatsache, dass man seinen Start kostenlos um ein Jahr schieben kann, sollte man beim Norseman doch Losglück haben. Sabine stellte sich sofort als Support zur Verfügung, denn um den muss man sich komplett selbst kümmern. Mit Norwegenfan Kim fand sie dann weitere Unterstützung, sie flog extra fürs Wochenende nach Stavanger, wofür ich wirklich dankbar war.

Die Anreise fand relativ entspannt mit dem Minibus auf dem Landweg statt. In Kopenhagen gab es ein kleines JOE-Trekking-Revival mit Amanda und Thor. Nach einer Stadtführung durch die Beiden ging es nochmal in Laufschuhen auf Erkundungstour.

Kopenhagen
Kopenhagen Kopenhagen Kopenhagen Kopenhagen

Über die Öresundbrücke weiter nach Schweden und mit zahlreichen Kaffeestopps dann nach Oslo. Neben Holmenkollen war natürlich ein Tag in der norwegischen Hauptstadt Pflicht.

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Mittwoch erreichten wir dann Lysebotn, den Ort im Lysefjord, wo der Spaß starten sollte. Die Fahrt auf der berühmten Passtraße nach unten gab einen ersten Vorgeschmack auf die ersten Radkilometer. 900 Höhenmeter auf 11 Kilometer würden nach dem Schwimmen wieder Wärme in den Körper bringen.

ThorXtri 2018 ThorXtri 2018 ThorXtri 2018

Überhaupt das Schwimmen: Auf 12-13 Grad sollten wir uns einstellen und so hieß es also vor der Abfahrt nochmal einkaufen gehen. Neoprenhaube, -handschuhe und -socken, sowie ein ärmeloser Shorty als Zusatz zum normalen Sommerneopren wurden angeschafft, konnten aber bei heimischer Dauerhitze nicht ausprobiert werden. Immerhin hatte es auch in Norwegen einen Jahrhundertsommer und vor unserer Abfahrt wurden Wassertemperaturen um die 17 Grad gemessen. Am Lysebotn angekommen, entdeckte ich am Pier jemanden, der sich gerade für ein Testschwimmen vorbereitete. Christoph aus Österreich, wie sich herausstellte und zusammen drehten wir dann eine kurze Runde. Nach 500 Meter im Wasser schwitzte ich eher als zu frieren und stieg beruhigt aus dem Wasser. Meine größte Bedenken waren beruhigt – so schlimm kanns gar nicht werden …

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Für die Nacht vor dem Wettkampf reservierten wir noch einen Platz in der Jugendherberge. Anschließend zogen wir auf der anderen Straßenseite in den Campingplatz ein. Kaum hatten wir dann unseren Stellplatz angefahren, begann es zu regnen. Nach dem Frühstück dann Besichtigung der Radstrecke mit dem Auto. Die 932 Höhenmeter hinauf zum höchsten Punkt waren meist um die 10 Prozent steil, unterbrochen von kurzen Flachpassagen. Auf meinem Zeitfahrrad fahre ich normalerweise 39/25 als kleinsten Gang. Glücklicherweise hatte ich aber ein Ritzelpaket mit 12-28 eingepackt. Nach dem höchsten Punkt dann eine 20 km Abfahrt auf engsten und kurvigen Straßen. Erst bei km 35 begann die Hauptstraße, die nun ständig leicht fallend für 65 km nach Südwest führte. Laut GPX folgten nun 40 langsam steigende Kilometer weiter in Richtung Meer. In Wirklichkeit war es ein ständiges Auf und Ab wie zu Hause. Landschaftlich ein absoluter Traum. Noch 35 km entlang des Meeres bis zur Wechselzone – mit Glück sollte es hier sogar Rückenwind haben. Das sollte doch in Summe in sechs bis maximal sieben Stunden zu fahren sein …

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Freitag sammelten wir Kim am Flughafen ein und fuhren nach Sirdal, wo es die Startunterlagen gab und die Wettkampfbesprechung stattfand. Triathlonveteranen fanden sich genauso ein, wie weitere Xtri-Neulinge. Und dann noch Maciej aus Polen, der sich den ThorXtri für seinen allerersten Triathlon ausgesucht hatte. WTF? Die Stimmung sehr familiär, gelassen und relaxed.

Race breefing ThorXtri Race breefing ThorXtri Race breefing ThorXtri

Wir erfuhren viel über die Strömungsverhältnisse im Fjord, die derzeit abkühlenden Temperaturen im Wasser aufgrund der vielen Regenfälle und das vorhergesagte Wetter. Als “a solid norwegian summer day” wurde das bezeichnet, was da am Wetterbericht als Regenwolken, Windstärke 3-4 und einzelnen Sonnenstrahlen zu sehen war. Fürs Schwimmen wurde eine Cutoff-Zeit von 2:15 h angekündigt. Aufgrund der Kälte muss jeder nach dieser Zeit aus dem Wasser, sprich in die Boote. Wer dann schon 3 Kilometer hat, darf weitermachen, wer erst die Hälfte hat, ist raus. Geschwommen ist nach 2:15 h auf jeden Fall jeder schon mehr als 3,8 km. Denn drei Wassereinläufe von Kraftwerken würden uns bremsen und stellenweise für heftige Gegenströmung sorgen. Oups? Von den ursprünglich knapp 100 gemeldeten Athleten holten 74 ihre Unterlagen ab, weswegen wir am Morgen mit Schnellbooten statt der Fähre zum Start fahren würden. Wir bekamen alle noch Armbändchen, auf denen zu lesen war, was wir benötigen um den ThorXtri zu überstehen: “Determination – Strength – Mental fortitude”

Von Sirdal fuhren wir zurück nach Lysebotn. 35 Kilometer, für die wir über eine Stunde benötigten. Eine Zeit, die schon einiges über die Strecke sagt: Eng, kurvig, glatt. Endlich konnte ich aber das Rad montieren und nach ein paar Testmetern war auch schon Schlafenszeit. Rad-Checkin ab 3:45 Uhr, so klingelte der Wecker um 2:45 Uhr. Malto-Frühstück wie gewohnt und langsam zum Start gerollt. Natürlich war ich zu früh dran und schützte ich mich vor den zapfig kalten Temperaturen im Speisesaal der Herberge. Die stellten extra ein Frühstück am 2 Uhr zur Verfügung und hielten warme Toiletten bereit. Dann endlich Radsbgsbe und Neo anziehen. Wir wurden in Boote verfrachtet und fuhren in Richtung Start. Zu dritt saßen wir da in einer Nussschale und tuckerten gemütlich über Wasser, während ständig Speedboote an uns vorbei jagten. Aber egal, dafür zog es bei uns nicht so. Kalt wurde es trotzdem bereits und meine Füße trotz Neoprensocken bereits Eiszapfen.

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Als vorletztes Boot legten wir an. Ich schaltete meine Stirnlampe ein, die wir in unserer Schwimmboje platzieren mussten und nach einem Gruppenfoto ging es auch schon ins Wasser. Die leuchtenden Bojen machten eine schöne, fast weihnachtliche Stimmung.

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Den Start habe ich direkt verpennt und befand mich als Vorletzter noch 15 Meter hinter der Startlinie, als das Startsignal ertönte. Ich war zu sehr vom kalten Wasser abgelenkt, das langsam in meinen Anzug lief. Die ersten Züge blieb mir fast die Luft weg, doch nach 100 Meter fand ich in einen guten Rhythmus und konzentrierte mich auf die SChwimmtechnik. Durch die leuchtenden Bojen fiel die Orientierung relativ leicht und schnell blieben ein paar Lichter hinter mir. Nach einer Weile riskierte ich einen Blick auf die Uhr. 29 Minuten und 1350 Meter standen da. Cool, geht ja ganz gut. Ich schwamm so weiter, versuchte mich bestmöglich von der Kälte abzulenken und konzentrierte mich auf meinen Armzug.

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Links und recht beeindruckende Felsen, das Fjord war hier ja nicht sonderlich breit. Ein paar Meter vor mir eine Zweiergruppe. Links und rechts wieder beindruckende …. Moment mal, das sind doch noch immer die gleichen Felsen. Ein paar Züge später Gewissheit, ich schwamm auf der Stelle. Ein paar Meter weiter vorne sah ich den Grund. Das war also eines der Kraftwerke, deren Oberflächenströmung uns zurücktrieb (Die Fotos entstanden übrigens ein paar Tage später, als wir mit der Fähre nochmal hier lang fuhren).

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Mit einem Zwischensprint für 10 Minuten schaffte ich die 200 Meter, bis ich an dem Kraftwerk vorbei war. Nun also wieder den Puls beruhigen und zu einer vernünftigen Pace finden. Langsam wurde es richtig kalt. Später erfuhren wir, dass das Wasser am Hafen gerade mal noch 11 Grad hatte. Die rechte Schulter fing an zu stechen. Doch das rettende Ufer kam langsam näher. Wieder wurde unsere Gruppe langsamer und wir wichen alle nach rechts aus, wo die Strömung weniger war. Schon eine ganze Weile war es nun hell und am Ufer sah man immer wieder Athleten aus dem Wasser torkeln. Ich warf nur noch irgendwie die Arme nach vorne, technisch war da nichts mehr zu gewinnen. Nach 2:09:45 hatte ich endlich wieder Boden unter den Füßen – fast eine Stunde länger als in Roth. Ich war ein wenig fassungslos, aber heilfroh endlich aus dem Wasser zu dürfen. 22 Minuten benötigte ich, um aus dem Anzug zu kommen, die Radklamotten anzuziehen und mich halbwegs aufzuwärmen. Meine Füße waren so kalt, dass ich sie kaum noch spürte. Trotzdem sahen andere um mich rum noch schlimmer aus. Da es trocken geblieben war, entschied ich mich für kurze Radhose und -trikot für die anstehende Kletterpassage. Dazu Ärmlinge und dünne Handschuhe. Drüber die verpflichtende Leuchtweste, die wir bis nach dem Tunnel tragen mussten.

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Schnell kam ich in den Tritt und mit meinen 39-28 konnte ich fast überall anständig kurbeln. Nach dem Tunnel fing es an zu regnen. Bis zum Kjerag-Cafe konnte ich schon 5 Radfahrer überholen und warm war mir jetzt auch wieder. Warm aber patschnass. Die Passhöhe auf 932 Meter hatten wir als ersten Treffpunkt ausgemacht. Vorher ging es schon zweimal kurz runter, was einen Vorgeschmack gab, wie sich eine Abfahrt in durchnässten Klamotten bei 5 Grad anfühlen. Am ersten Stopp also rein in die lange Hose, Regenjacke und Winterhandschuhe. Die Füße steckten bereits in Neoüberschuhen, kalt waren sie trotzdem. Eineinhalb Stunden war ich nun bereits unterwegs.

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Es folgte eine Abfahrt über 15 km. Auf engen, nassen und rutschigen Straßen ging es bis Sirdal. Meine Knie fühlten sich so schwammig an, wie meine Bremsen und mein Lenkergummi war so rutschig, wie mein Vorderrad. Als ich den Wegweiser an der Einmündung entdeckte war ich heilfroh. Geschafft! Ab jetzt anständige Straßen und immer leicht bergab. Als ich um die Ecke bog, fuhr ich aber regelrecht gegen eine Wand. Windstärke 3-4 mit Böen von 40 km/h waren den ganzen Tag angesagt. Diesen Wind hatte ich jetzt genau auf der Nase. Obwohl es leicht bergab ging, kam ich nicht über 30 km/h. Der Wind kühlte zusätzlich noch aus. Dazu der Regen, der zwischen starkem Niesel und ergiebigem Landregen wechselte. Das Spritzwasser der überholenden Autos erledigte den Rest. Flaschenwechsel, Pinkelpause. Ich trank zu wenig und da meine Verpflegung über Malto funktioniert, würde sich das rächen. Also ließ ich mir zusätzlich Riegel geben.

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Kalte Füße hatte ich sowieso, aber obenrum und an den Händen wurde es nun auch frisch. Meine Handschuhe waren eigentlich dicht, aber im Wiegtritt lief das Wasser von hinten rein und stand im Innenfutter. Ich merkte, wie ich aufgrund der Kälte langsamer wurde. Bei Kilometer 80 die Entscheidung, ich muss die Kleidung wechseln. Ich schickte Kim und Sabine 15 km voraus: “Bereitet alles vor und macht mir die Dose Ravioli warm”. Damit machte ich meine Supporter wohl ein wenig fassungslos, denn wir hatten keine Ravioli im Bus. Triathlon macht halt manchmal ein wenig gaga. Nach 15 Minuten Pause war mir wieder warm. Mit frischen Klamotten warteten nun 40 wellige Kilometer bis zur Küste. Bergaufpassagen bei Gegenwind und Regen wechselten sich ab mit Abfahrten bei Gegenwind und Regen. 1:40 h später durfte ich endlich abbiegen, musste aber nochmal das Trikot wechseln. Für die letzten 30 km kam der Wind nun schräg von hinten und es hörte sogar auf zu regnen. Vor dem Wechsel versuchte ich nochmal ordentlich zu essen und rollte schließlich in T2 ein. Ein Radsplitt von 8:22 h, davon 45 min Standzeit. 11 Stunden war ich nun bereits unterwegs – in Roth war ich da schon im Ziel, heute stand noch ein Marathon an. DNF is no option!

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Welch Wohltat waren die trockenen Socken an den aufgequollenen Füßen. Obwohl ich von Sabine bekniet wurde, ich solle mehr anziehen, entschied ich mich für eine kurze Trailhose, Shirt und Ärmlinge. Nach 5 Minuten ging es schon auf die Laufstrecke. Natürlich fing es gleich mal wieder an zu regnen, doch es war nur ein kurzer Schauer. Bis Kilometer 10 konnte ich ein vernünftiges Tempo halten, obwohl ich mit kleinen Tippelschritten unterwegs war. Durch die Dünen und über eine Hängebrücke führte die Strecke zunächst. Zur Orientierung hatte ich mein GPS dabei, im Vorjahr hatten wohl ein paar Läufer Probleme, die richtige Strecke zu finden. Dieses Jahr waren an allen Kreuzungen Bodenmarkierungen aufgesprüht und so steckte ich mein GPS in die Tasche. Ich überholte nacheinander zwei Läufer und folgte einem dritten. Prompt lief der falsch und ich hinterher. 200 Meter Umweg und ich holte mein GPS lieber wieder raus.

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Wir liefen nun durchgehend über Teer durch kleine Dörfer. Wir passierten den Campingplatz, wo wir zwei Nächte zuvor noch schliefen und passierten den Flughafen. Lange Geraden mit teils kurzen aber knackigen Steigungen zermürbten Muskel und Geist. Bei Halbmarathon wartete dann Sabine in Laufsachen und begleitete mich die zweite Hälfte. Durch die dauernde Kälte schmerzten meine Knie am Rad schon ein wenig, jetzt wurde das immer schlimmer. DNF is no option! Kurze Dehnübungen an den Verpflegungsstopps schafften ein wenig Linderung. Bei Kilometer 29 dann eine große Bogenbrücke. Ich zwang mich, weiter alle Steigungen zu laufen und war bergab kaum schneller. Jetzt noch zwei Kilometer Pendelstrecke zum “Broken chain”-Denkmal, das an die 123 Toten des Bohrinselunglücks der “Alexander L. Kielland” erinnern soll. Der Weg dorthin auf schönen Schotterwgen, aber heftig rauf und runter. Am Denkmal sollten wir am Transponder vorbeilaufen, den wir aber nicht fanden. Wir umkreisten das Denkmal, suchten ein paar Minuten, fanden aber nichts. Zum Beweis machten wir ein Foto und liefen zurück. Wieder am Weg entdeckten wir einen Pflock mit dem Transponder dran. Das lange Flatterband hatte wohl am Hinweg die Sicht auf das Teil verdeckt und wir liefen zu weit.

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Auf dem Hinweg zum Denkmal kamen mir schon drei Läufer entgegen, die alle nicht mehr sooo fit aussahen. Da sich mein Magen recht gut anfühlte, füllte ich ihn mit Gel und Cola, was mir ein paar Minuten später auch einen kurzen Schub gab. Irgendwie fühlte ich mich wie ein Auto mit leeren Tank, wo der Vergaser ab und zu wieder einen Schluck Sprit bekommt, wenn es durch ein Schlagloch geht. Noch neun Kilometer ins Ziel. Die Strecke nun eben am Meer entlang und nach jeder Kurve gab es einen neuen Blick auf die Bucht vor uns. Wäre man fit, würde es hier echt Spaß machen zu laufen. Mehrmals musste ich stehen bleiben, wenn das Knie wieder zu sehr zwickte. Trotzdem schnappte ich mir fast alle Läufer, denen ich vorher begegnet war. Merke: 6-7 Minuten pro Kilometer laufen ist noch immer schneller als gehen. 500 Meter vor dem Ziel kamen dann endlich die drei Schwerter in Sicht. Für schönere Fotos hatte der Veranstalter noch eine Schikane eingebaut. Statt am Weg mussten wir über Steine zu den Schwertern laufen. Dabei wäre ich fast noch ins Wasser gefallen. Fotostopp und jetzt noch die 100 Meter zur Ziellinie. Geschafft! Endzeit 15:45:24, für den Marathon brauchte ich 4:46:10. Platz 27 von 49. Alles egal. Ich war im Ziel, nur das zählt. DNF was no option!

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Die Zielverpflegung bestand auf einer warmen Gemüsesuppe. Wehmütig dachte ich an das Zielbuffet in Roth. Nein eigentlich nicht, denn die Suppe war jetzt genau das Richtige. Wir warteten noch die paar Läufer ab, die ich vorher überholt hatte und fuhren dann zügig ins Hotel. Zwei Wochen vorher hatte ich für diese Nacht sicherheitshalber noch ein Hotel gebucht. Zum Glück, denn nach Campingplatz war mir nun wahrlich nicht mehr.

Am nächsten Morgen ging es mir erstaunlich gut. Nach einem ausgiebigem Frühstück fand im Hotel nebenan die Siegerehrung statt. Dort erfuhren wir nun, warum es dieses Jahr so viele nicht rechtzeitig aus dem Wasser geschafft hatten. Es setzte wohl gerade die Ebbe ein und sie hatten nicht erwartet, dass sich das ausfließende Wasser so stark auswirkt.

Bei den Männern waren vorne drei Norweger. Sogar der Sieger Christian Bjerkreim hatte eine Schwimmzeit von gerade mal 1:27 h. Dazu 6:20 h auf dem Rad und der Marathon in 3:43 h. Macht 11:39:32 am Ende. Bei den Frauen siegte die Schweizerin Eliane Jung in 14:52 h.

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Fazit: Was für ein Brett! Für mich war es der erste Extremtriathlon und ich habe daher keinen Vergleich. Das Schwimmen im kalten Wasser heftig, die Strömung gibt einen den Rest. Ich kann mir vorstellen, dass es bei Norseman und Co. ein wenig einfacher ist. Die Radstrecke am Papier mit 2700 Hm machbar, aber dann kommt eben die Wetterkomponente dazu. Landschaftlich ist es der Oberhammer. Die Laufstrecke fast nur auf Teer mit wenig Höhenmeter, die es aber in sich haben. Organisatorisch war alles top, die Norweger sowieso alle herzlich. Obwohl es härter war, als ich erwartet oder erhofft hatte, kam mir nie ernsthaft der Gedanke, das Rennen abzubrechen. “Mental fortitude” und so 😉

Ein herzlicher Dank geht an Kim, die extra hochgeflogen ist und natürlich an Sabine, die für mich ihre Komfortzone gewaltig verlassen hat und mit mir zwei Wochen in Minivan und Zelt gehaust hat. Danke für den tollen Support im Rennen! Wenn man weiß, dass man alle paar Kilometer erwartet wird, dann motiviert das gewaltig.

ThorXtri 2018

Ein Teil der Fotos sind von Diego Escobedo Lozano.

2 Kommentare zu “Bericht: ThorXtri 2018

  1. Cindy

    Ich bin beeindruckt Tom, habe den Beitrag genauestens gelesen. Meinen Respekt hast du und kannst stolz sein. Aber das weist du auch selbst. Danke für den detaillierten Bericht. Lg, Cindy

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