Bericht: Skitour Haute Route 3.0

Beziehungsweise der Versuch die Tour von Verbier nach Zermatt zu wiederholen. Die Tour habe ich damals schon im Detail beschrieben, daher diesmal nur stichpunktartig.

Vier Tage und drei Nächte waren für die Wiederholung unserer Tour von 2014 geplant. Zeit genug um mit Ski von Verbier nach Zermatt zu kommen. Wie immer mit Elmar und diesmal begleitete uns noch Irmi. Mit dem Camper sollte es nach Le Châble gehen, wo wir spät am Abend ankamen und auch gleich in den Schlafsack krochen. Mit der Bahn ging es hoch zum Col des Gentianes. Nach einer kurzen Abfahrt konnten wir die Piste endlich verlassen und schon stellte sich das Col zwischen Bec des Rosses (Freeridern dürfte der Berg wohl ein Begriff sein) und Mont Fort als erstes Hindernis in den Weg. Danach eine kurze Abfahrt und schon folgte der zweite Anstieg hoch zum Glacier Grand Desert auf 3050 Meter. Einen Kilometer Querung und weiter hinauf zum Skidepot des Rosablanche.

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Vom Tal hinauf auf 3000 Meter ohne Anpassung, das zog uns allen drei den Stecker und wir verzichteten auf den Gipfel. Zudem drängte auch schon ein wenig die Zeit, denn wir waren relativ spät unterwegs. Die Abfahrt über den Glacier des Prasfleuri zur gleichnamigen Hütte machte ordentlich Spaß, wenn auch der Schnee an vielen Stellen abgeblasen war. Überhaupt fehlten einfach 2 -3 Meter Schnee zu unserem ersten Besuch.

Haute Route von Verbier nach Zermatt

Die Cabane de Prafleuri war wie erwartet kalt und diesmal hatte es gar kein Holz. Da es aber nachmittags gut warm war und auch nachts kaum unter null Grad hatte, hielt sich die Friererei in Grenzen. Außer uns noch ein britisches Pärchen und zwei französisch sprechende Gruppen. Recht früh ging es für alle ins Bett.

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Am Morgen brachen wir als letztes auf und kamen nach 350 Hm zusammen mit den Engländern am Col an. Dorthieß es dann, möglichst weit oben in Richtung Lac des Dix zu queren um den langen “Hatscher” zum Einlauf kurz zu halten. Dann eine kurze Rampe und nun zog es sich gleichmäßig steigend in Richung Glacier de Cheilon. In der Sonne stollten die Ski gewaltig auf, doch zum Glück kamen wir wieder in den Schatten. Zur Hütte wartete nochmal ein kräftiger Anstieg.

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Die Cabane des Dix war von 16 Mann/Frau besucht und somit alle Plätze belegt. Alle schmolzen am Ofen Schnee oder kochten. Entsprechend warm war es im engen Inneren. Was für ein Unterschied zur vorherigen Hütte. Ein Update zum Wetter hatten wir auch bekommen. Noch ein Tag schön, dann schlechter und viel Neuschnee. Unser Ziel Zermatt wurde also fraglich.

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Nach einer Nacht, die einem Saunaaufenthalt gleich kam, starteten wir hinauf in Richtung Pigne d´Arolla. Nach 700 Höhenmeter erreichten wir den Gletscherbruch und die Steilstufe vor dem Plateau. Statt Schnee wie damals erwartete uns diesmal viel Blankeis und nach längerer Beratung mit Abwägung der Wetterlage, dem Zeitfenster und nicht zuletzt der Beobachtung der Gruppen vor uns, entschlossen wir uns, wieder zur Hütte abzufahren und dort nochmal zu nächtigen. Zuvor stiegen wir aber noch weiter am Gletscher auf. Ziel war ein Punkt oberhalb des Col de la Serpentine. Zwar würden wir diesmal also nicht einen Gipfel geschafft haben, aber mit 3570 Meter waren wir doch kaum niedriger als die höchsten Gipfel Österreichs.

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In der Abfahrt fanden wir dann noch schönen Pulverschnee. Nach dem Gegenanstieg hatten wir einen schönen Sonnennachmittag an der Hütte.

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Die folgende Nacht waren wir nur zu fünft, was deutlich angenehmer war. Die sternenklare Nacht nutze ich noch ein wenig zum Fotografieren.

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Für die Abfahrt ins Tal hatten wir uns den Pas de Chèvres ausgesucht, den Sommerweg zur Hütte. Nach einer sehr steilen Rampe, die wir auf den letzten Metern mit den Ski auf dem Rücken überwanden, warteten ein paar Leitern am Ausstieg. Oben war schon das Skigebiet von Arolla zu erkennen, das wir auch bald erreichten. Die Busstation kannten wir bereits aus 2017.

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45 Minuten später kam auch schon der Postbus und ab Sion ging es mit dem Zug über Martigny zurück nach Le Châble. Alle Transfers aufeinander abgestimmt, alles pünktlich und schnurstracks waren wir wieder am Start. Würde es in Deutschland und Österreich auch solche Verbindungen geben, wie leicht könnte man aufs Auto verzichten, aber diese Hoffnung ist wohl bei der Deutschen Bahn auf absehbare Zeit vergebens.

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Fazit: In den Bergen muss man immer flexibel sein. Wenn man das im Hinterkopf hat, dann ist man auch nicht enttäuscht, wenn der ursprüngliche Plan nicht aufgeht. Und auch beim dritten Besuch wurde uns nicht fad. Das Gebiet ist einfach gigantisch.

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