Bericht: Kurztriathlon in Kallmünz

Kallmünz ist einer der Klassiker in der Triathlonszene. Bereits zum 32. Mal wurde er dieses Jahr ausgetragen, das Schwimmen in der Naab dabei immer eine besondere Herausforderung. Jedes Jahr sind die Bedingungen anders und die Strömung deutlich zu spüren. 1994 war ich hier zuletzt am Start, wobei die Strecken seit damals komplett geändert wurden.

Bereits bei der Anfahrt zeigte sich wieder, wie gut die Veranstaltung organsiert und welche Routine vorhanden ist. Genauso wie beim jährlichen Frühjahrshalbmarathon wissen die Jungs und Mädels vom ausrichtenden ATSV Kallmünz einfach, was zu tun ist. Parkplatzeinweisung und Startnummernausgabe klappten wie am Schnürchen und als ich beim Rad-Checkin feststellte, dass ein anderer Athlet sein Rad fälschlicherweise an meinem Platz abgestellt hatte, dauerte es gerade mal eine Minute, bis der Helfer in der Nähe dem Sprecher Bescheid gegeben hatte.

Triathlon Kallmünz

Bei der Wettkampfbesprechung dann der Hinweis, wo im Ortsgebiet zwecks Platzmangel die Windschattenregelung aufgehoben ist. Das legte dann später wohl so mancher ein wenig arg zu seinem Gunsten aus. Dabei wäre es doch so einfach gewesen: Wo gepflastert ist, ist es aufgehoben. So hat “Ortsgebiet” später scheinbar jeder anders interpretiert.

Der Schwimmstart erfolgte am Wehr unter den Blicken vieler Zuschauer, die oben auf der Steinernen Brücke regelrechte Logenplätze hatten. Das Feld sammelte sich in Schwimmrichtung eher rechts, um in der langezogenen Kurve ein paar Meter zu sparen. Später erfuhr ich, dass es dort wohl auch weniger Strömung hat. Ich für meinen Teil zog es aber vor, lieber ein paar Meter mehr zu schwimmen, um der üblichen “Startschlägerei” aus dem Weg zu gehen. Ich spürte bis zur Wendeboje nur zweimal eine Hand am Unterschenkel und bekam einmal eine Welle vom Nebenmann in den Mund.

Triathlon Kallmünz Triathlon Kallmünz

So konnte ich mein Rennen einteilen und gab auf der ersten Hälfte etwas mehr Gas. Schließlich ging es gegen die Strömung und sollte ich überziehen, hätte ich am Rückweg ja ein wenig “Rückenwind”. Ein Holzkahn markierte den Wendepunkt und auch hier kam ich gut ums Eck. Meine Mitschwimmer hielten sich nun erneut eher rechts. Ich visierte dagegen den Kirchturm an, schwamm dadurch eine relative gerade Linie und sparte so ein paar Meter. Vom Ausstieg waren es dann noch 200 Meter zur Wechselzone. Raus aus dem Neo, rein in die Radschuhe und nach knapp 32 Minuten stieg ich auf Platz 90 aufs Rad.

Triathlon Kallmünz Triathlon Kallmünz

Im Vilstal dann erstmal ein kurzer Stau. Ein Reisebus hing an langsameren Radlern fest und an überholen war nicht zu denken. Die Situation löste sich aber recht schnell auf und in Dietldorf wartete eh schon der erste Berg. Ich hielt mich absichtlich ein wenig zurück, überholte aber trotzdem ein paar andere Fahrer, was eben so ist, wenn man als schlechter Schwimmer spät aus dem Wasser kommt. In der Abfahrt nach Burglengenfeld eine kurze Schrecksekunde, als plötzlich der Rahmen bei Tempo 70 den Flattermann bekam. Also Knie zusammen, raus aus der Aeroposition und durchatmen. Auf dem Stück zurück nach Kallmünz überholte ich mehrere kleine Gruppen, die teilweise reichlich ungeniert Windschatten fuhren. Leider war das Motorrad mit dem Kampfrichter nur einmal kurz zu sehen, es gab aber wohl mehrere Zeitstrafen. In Runde zwei trafen wir auf die Jedermänner und -frauen. Am Dietldorfer Berg hätte man meinen können, bei einem Volksradfahren zu sein. Die Abfahrt ging ich diesmal ein wenig langsamer an, aufgrund der vielen Radfahrer konnte man es eh nicht krachen lassen. Die letzten Kilometer zog ich dann nochmal ein wenig an und überholte einige Fahrer, die teils in Pulks unterwegs waren. Richtig locker lief es aber nicht. Die Sitzposition auf meinem neuen Felt ist noch nicht optimal, bzw. die Trainingskilometer damit zu wenig. Die letzten drei Kilometer bemerkte ich dann einen Fahrer direkt an meinem Hinterrad. Obwohl ich mich mehrmals auffällig zu ihm umschaute und auch Wellen fuhr, ließ er sich nicht dazu bewegen meinem Windschatten zu verlassen. Lustigerweise erwischte ihn der Fotograf des Veranstalters dann perfekt 🙂

Kallmuenz Drafting

Mit einem Radschnitt von 34,5 wechselte ich dann auf Platz 72 in die Laufschuhe und konnte recht schnell mein normales Tempo gehen. Bereits der erste Kilometer war in 4:12 und erst hinauf zum Wendepunkt wurde es dann langsamer, der Rückweg dafür umso schneller. Ständig überholte ich andere Läufer, was natürlich ungemein motivierte. An der letzten Verpflegung musste ich dann leider doch einen Becher nehmen, der Hals war einfach zu trocken. So verlor ich noch ein paar Sekunden, was letztlich aber egal war. Auf Platz 51 erreichte ich dann das Ziel und landete so auf Platz 9 in der AK.

Triathlon Kallmünz Triathlon Kallmünz

Die Zielverpflegung für die Athleten war super. Entsprechend machte ich einen altbekannten Fehler und trank zu viel in kurzer Zeit, was mir der Magen und Kreislauf mal wieder ein wenig übel nahm. In solchen Augenblicken sehe ich dann oft mal schlimmer aus, als es dann in Wirklichkeit ist. Eine ganze Weile später Rad Checkout und ab damit ins Auto. Der Magen schrie nun nach Deftigem, nur leider hatte der Grillmeister zu wenig eingekauft. Als wir zur Siegerehrung kamen, war da bereits ausverkauft und so bogen wir direkt in eine Pizzeria ab, was auch keine schlechte Alternative war.

Fazit: Nach einer umfangreichen Trainingswoche war das Schwimmen für meine Verhältnisse super. Der Raddruck hat ein wenig gefehlt, dafür war der Lauf wieder gut. Die Wechsel funktionierten gut und die restliche Zeit bis Roth stehen jetzt noch ein paar lange Einheiten auf dem Programm. Die Veranstaltung war wieder top organisiert, Windschatten fahren leider ein großes Thema.

Die Fotos sind zum Teil vom Veranstalter (Rechte bei Thomas Wiesner). Ein herzliches Dankeschön für diesen super Service! Es geht nämlich auch ohne kostenpflichtigen Fotodienst wenn man nur möchte. Wer  weiterstöbern möchte: Hier gibt es noch weitere rund 1200 Fotos.

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