Bericht: Challenge Roth 2018

Die Vorbereitung lief gut. Geringfügig weniger bei den Radkilometern, dafür mehr beim Laufen. Beim Schwimmen hakte es allerdings. Keine Intervalle, kein Techniktraining, nur Streckenschwimmen. Seit Fasching plagt mich nämlich ein Tennisarm auf der linken Seite. Nun bin ich aber Rechtshänder und spiele weder Tennis noch Golf. Noch immer rätsle ich an den Ursachen, immerhin bessert sich das Ganze aber in letzter Zeit. Eine Woche vor Roth schwamm ich nochmal 3800 Meter mit Neo im Becken. Das Ganze im Wohlfühbereich und ohne stark Gas zu geben kamen 1:07 h raus. Eine letzte Leistungsdiagnostik zwei Wochen vor dem großen Tag bestätigte mir außerdem, dass ordentlich was gehen könnte. Weniger grottig schwimmen und weniger defensiv radfahren als letztes Jahr waren der Plan für die ersten beiden Disziplinen. Beim Laufen solle ich ruhig die 3:30 probieren meinte Matthias, als er meine Testwerte analysierte. Das Minimalziel setzte ich mir selbst mit 10:30 h. Elmar versprach mir zwar eine Zoigl-Brotzeit, wenn ich unter 10 Stunden bleiben sollte, aber erschien mir dann doch viel zu hoch gegriffen. 🙂

Mittwoch dann auf einmal Halsweh und ein wenig Anzeichen einer aufkommender Erkältung. Schnell verdoppelte ich die tägliche Cystus-Dosis und der Kelch ging nochmal an mir vorüber. Freitag zur Anreise waren die Symptome wieder weg.

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In Roth selbst alles wie gehabt. Lediglich die uralte Halle wurde abgerissen und die Messe fand nun komplett im Freien statt. Shoppingmäßig hatte ich einiges geplant, wurde leider aber nur teilweise fündig. Neo-Hersteller waren einige da, für Norwegen fand ich aber nichts Geeignetes, wobei ich wahrscheinlich an diesem heißen Sommertag eh nichts hätte probieren wollen. Immerhin erstand ich eine Schwimmboje. Dann gab es noch eine neue Radhose. Nachdem ich einige probiert und die Stoffe in der Hand hatte, blieb ich doch wieder bei Assos hängen. So im direkten Vergleich merkt man dann auch, wo der hohe Preis herkommt. Enttäuschend die Auswahl im Challenge-Fanshop. Designmäßig kann man es natürlich nie allen recht machen, aber wenigstens die Qualität der Materialien sollte passen.

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Dem Gruppenfoto mit der Hardtseemafia folgte die Nudelparty im überhitzten Zelt. Weiter auf einen Ratsch zum Campingplatz der Mafia, bevor ein kurzer Besuch auf der Bayern3-Party den Tag beendete.

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Vereinskollege Christian war Samstag nun auch angekommen und zusammen stellten wir das Rad ab. Wir erwischten eine ruhige Zeit und begutachteten nochmal die Wechselzone von allen Seiten.

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Auf der Terrasse unseres Homestay ließen wir den Abend mit unseren Gastgebern ausklingen. Viele Heldentaten aus (noch) besseren Glubb-Zeiten hörten wir, denn Opa Heini war in der 1961er Meistermannschaft des FCN.

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Wie in Samorin gab es zum Frühstück wieder nur eine Flasche Malto. Zum Start war ich dieses Mal allein unterwegs. Sabine wollte als Staffelläuferin lieber bis Mittag im Haus bleiben und Christian wohnte eh woanders. Ich parkte so nah wie möglich und machte mich zum ersten Mal auf. Am Eingang zur Wechselzone stand Challenge-Chef Felix und begrüßte jeden Teilnehmer persönlich.

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Luft aufpumpen, Radbeutel abgeben, noch ein paar Fotos. Wieder zum Auto, 15 Minuten entspannen und dann mit Neo und Schwimmbrille in Richtung Start. Nochmal Toilette und ab in den Neo.

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Kopfzerbrechen machte mir meine Startgruppe ein wenig. Vor uns drei Gruppen mit allen Frauen und wir direkt im Anschluss. Lustigerweise waren die Bloggerkollegen Jörn und Julian, sowie die Mafiafreunde Marc, Robert und Sebastian in der gleichen Startgruppe. Mit “something just like this” stiegen wir ins Wasser und schon fiel der Böllerschuss. 50 Meter lang freute ich mich über den vielen Platz, dann ging die Keilerei los. Ich wich zur Mitte aus und fand wieder freies Wasser. Nach nicht mal 500 Meter stand dann schon der erste Überholvorgang an und es sollte nicht die letzte Frau sein, die vor mir auftauchte. Kurz vor der ersten Wende bei 1500 Meter kamen dann die ersten Schnellen aus der Gruppe hinter uns. Beim Schild mit 1900 Meter sah ich kurz auf die Uhr: 38 Minuten – na ganz toll. Meine Wasserlage war bescheiden, das merkte ich. Der Wellengang und der viele Trubel um mich rum zwangen mich, häufig nach vorne zu schauen. Kopf runter dachte ich mir immer wieder. Wende 2 erreichte ich mit einer schnellen Vierergruppe, die mich gerade überholte. Kopf runter! Noch 300 Meter, dann war es endlich vorbei. Blick auf die Uhr: 1:18:20. Na super.

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Der Wechsel klappte gut und die Aufholjagd konnte beginnen. Erstmal wurde es aber kalt. Der nasse Rennanzug und gleich mal den Berg runter waren eine unangenehme Kombination. Die erste Stunde hielt ich mich zurück. Erst nach dem Selingstädter Berg drehte ich auf. Die Abfahrt nach Thalmässing und weiter nach Greding flutschte es heute aber nicht so ganz wie gewohnt, denn wir hatten den Ostwind auf der Nase. Am Fuß des Kalvarienbergs schaltete ich sofort in den ersten Gang und kurbelte so kurz es ging. Der Rückenwind half nun angenehm und überhaupt schob er jetzt bis Hilpoltstein immer wie an. Bei leichtem Ostwind soll die Strecke ja auch am schnellsten sein – heisst es immer. Am Kränzleinsberg kurz vor HIP dann die erste fette Party und viel Unterstützung. Lediglich den DJ sollten sie im nächsten Jahr austauschen. Deutscher Schlager geht ja gar nicht. Am Solarer Berg war dieses Jahr gefühlt noch mehr los als letztes Jahr. Als ich unten um die Kurve fuhr, wurde mir kurzeitig ganz anders. Zum Glück war mir eine Gruppe im Weg und ich kam gar nicht in Versuchung zu überziehen. Oben wurde es dann spannend. Flaschenübergabe mit Maltokonzentrat für Runde 2. Das Ganze klappte fast perfekt, nur einem gerade überholten Mädel musste ich leider ein wenig vors Rad fahren. Nochmal kurz Gegenwind bis Pierheim und mit Highspeed dann zurück nach HIP. Die erste Runde war vorbei und mit 2:26:07 war ich bis auf zwei Sekunden so schnell, wie im Vorjahr.

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Auf der zweiten Runde frischte der Wind gefühlt ein wenig auf. Dann auf einmal jede Menge Autos auf der Strecke. Zwangsweise fuhr man im Windschatten, musste abbremsen oder überholen. Mehrmals gab es kritische Situationen. Warum hier dieses Jahr auf einmal Autos waren, weiß ich nicht. Letztes Jahr war die Strecke hier frei. Vor Greding dann mal wieder ein Kampfrichter 5 Meter schräg hinter mir auf dem Motorrad und plötzlich ein lauter Pfiff. Vor Schreck fuhr ich eine kleine Welle. Die nächsten 50 Meter vor mir war niemand und ich fuhr auch ganz rechts. Blaue Karte für den Fahrer hinter mir. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass mir jemand am Hinterrad hing. Die Anzahl meiner Überholvorgänge wurde weniger. Langsam befand ich mich an einer Stelle im Feld, wo die anderen Fahrer ähnlich schnell waren. Da hieß es konzentriert bleiben, um nicht in einen Windschatten zu fahren. Am Solarer Berg war nun bereits deutlich weniger los und ich konnte mein eigenes Tempo hoch fahren. Eigentlich dachte ich, ich wäre die zweite Runde identisch schnell gefahren, doch die Uhr zeigte 2:33:15. Über die Zeitmatte ging ich mit 5:15:25, also minimal schneller als im Vorjahr.

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Wechsel 2 klappte sehr gut und ich konnte auch endlich kurz ein Dixie aufsuchen. Bis zum Rothgrund fällt die Strecke ab und ich musste mich ein wenig zügeln. Am Gegenanstieg in Richtung Lände kam ich langsam in den Tritt und mein Puls pegelte sich bei angenehmen 130-135 ein. Das Tempo dazu machte mir ein wenig Kopfzerbrechen, denn 4:35 min/km erschien mir doch hoch. Aber aus der Leistungsdiagnostik wusste ich, dass ich das draufhaben sollte. Die Strecke am Kanal kenne ich aus 2016 bzw. von früher nur zu gut und war bedacht, mir nicht wieder ein Steinchen im Schuh einzufangen. Hatte ich auf dem Rad schon sehr, sehr viele Athleten überholt, so rollte ich das Feld jetzt regelrecht auf. Wenn ich mal selbst überholt wurde, dann waren das immer Staffelläufer. Die erste Wende bei Eckersmühlen kam schneller als erwartet. Auf dem Rückweg traf ich Christian. Der war 20 Minuten nach mir gestartet und lag jetzt knapp 5 km hinter mir. Wieder an der Lände folgte das lange Stück in Richtung Schwand. Vor zwei Jahren erlebte ich hier mein Waterloo, heute lief es gut. Meine Befürchtung, dass wir an der Schleuse die Rampe runter und wieder rauf müssen, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Auf dem Rückweg passierte ich den Halbmarathon bei 1:37. Bisher hatte ich kein einziges Mal auf die Gesamtzeit geschaut und zwang mich, es auch jetzt nicht zu tun. Ich rechnete ein wenig durch und war mir eigentlich sicher, dass ich die 10:30 auch bei einem Totaleinbruch schaffen würde. Aber es lief wie am Schnürchen. Auf dem Weg zur Lände traf ich viele Bekannte Gesichter im Gegenverkehr. Auch Christian war wieder dabei. 32 Minuten hinter mir lag er, sprich 12 Minuten startzeitbereinigt. Fürs vereinsinterne Duell sah es also gut aus 😉

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Zurück in Richtung Roth bereitete ich mich geistig schon auf den Anstieg nach dem Rothgrund vor, als wir abbiegen mussten und auf eine Extraschleife mit 2 km geschickt wurden. Die hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Ich merkte nun auch, dass es zäh wurde. Das Tempo musste ich nun minimal rausnehmen, die Körner gingen zu Ende. Hatte ich bisher an jeder zweiten Verpflegung ein Gel genommen, so blieb ich im Rothgrund kurz stehen und trank zusätzlich noch ein Cola und hielt meine Finger in einen Salzteller. Die Oberschenkel machten an einer Stelle zu und ich hatte Angst vor Krämpfen. Das Stück durch die Stadt war stimmungsmäßig super, trotzdem mag ich es nicht. Das Kopfsteinpflaster schmerzt einfach immer wieder. Weiter durch das Stimmungsnest der Hardtseemafia und schon wartete der Anstieg nach Büchenbach. Den hatte ich aus dem letzten Jahr irgendwie weniger steil und lang in Erinnerung, trotzdem lief ich durch, wenn auch mit 6:30er Pace.

An der Verpflegungsstelle in Büchenbach lobte ich den Verpflegungsposten. Hier gab es zum ersten Mal das Gel vor dem Wasser, wie es ja eigentlich Sinn macht. Runter zum Dorfweiher und nach der Runde mit viel Halligalli wartete schon der nächste kurze Anstieg. Alles Steigungen, die man normalerweise gar nicht bemerkt. Aber in der Langdistanz schmerzen die wahnsinnig. Den “Downhill” zurück nach Roth wollte ich es eigentlich laufen lassen, aber selbst das ging nicht mehr. Selbst bergauf brauchte ich den Puls nicht mehr über 120, ich war einfach leer und da halfen auch alle die Gels und Colas nicht mehr. Und trotzdem konnte ich noch ein halbwegs anständiges Tempo um die 5:20 halten. Bei km 38 rechnete ich durch, ob es für meine geplante Marathonzeit von 3:30 noch reichen würde und das sah sehr knapp aus. Zeitgleich begegnete mir auch wieder Christian, der weiter auf mich verloren hatte. Zum dritten Mal klatschten wir ab und ich bog in Richtung Innenstadt ab. Da gab es den letzten Schwamm des Tages und ich zog mein Tempo durch. Kilometer 41 und schon war das Festgelände erreicht. Die letzten beiden Kurven und wieder mal geschafft! Ich drückte die Uhr und da stand 10:10:14!

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Persönliche Bestzeit in Roth, schneller als 1995. Cool! Erwartet hatte ich in etwa 10:20. Im Vergleich zum Vorjahr machte ich im Wasser, auf dem Rad und bei beiden Wechseln ein paar Sekunden gut. Dazu dann 15 Minuten schneller auf der Laufstrecke, wo ich doch letztes Jahr gefühlt schon einen super Lauf hatte.

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Um gar nicht in Versuchung zu kommen, mich für nächstes Jahr wieder anzumelden, hatte ich Montag keinen Urlaub genommen. So gab es dieses Jahr kein Feuerwerk für uns, stattdessen noch eine knapp zweistündige Autofahrt. Und übrigens: Acht Stunden im Büro machen wenig Spaß, wenn man tags zuvor eine Langdistanz gemacht hat.

tl;dr: Nach mal wieder schlechtem Schwimmen hatte ich einen guten Radsplit, wo ich mir aber ein wenig mehr erhofft hätte. Der Lauf startete gigantisch und nach dem Einbruch bei km 28 konnte ich micht noch gut durchretten. Mit 10:10:14 war genau 19 Minuten schneller als 2017. Die erneut geänderte Laufstrecke ist ein guter Kompromiss, die Stimmungsnester dadurch aber durchwegs ruhiger als im Vorjahr.

Ein Kommentar zu “Bericht: Challenge Roth 2018

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